Technik & Ausführung

Technische Details, Berechnungsgrundlagen und Ausführungshinweise für Bauspenglerarbeiten

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Thermische Ausdehnung

ΔL = α × L × ΔT / 100

Berechnung der Längenänderung durch Temperaturunterschiede

🔍 Formelzeichen

  • ΔL = Längenänderung in mm
  • α (Alpha) = Ausdehnungskoeffizient [mm/m·100K]
  • L = Elementlänge in m
  • ΔT = Temperaturdifferenz in K (oder °C)

📊 Ausdehnungskoeffizienten

Material α (mm/m·100K) ΔL bei 10m und ΔT=50K
Stahl1,26,0 mm
Edelstahl1,68,0 mm
Kupfer1,78,5 mm
Titanzink2,211,0 mm
Aluminium2,311,5 mm
⚠️ Wichtigste Regel:
  • Genau EIN Fixpunkt pro Element
  • Alle anderen Punkte müssen gleiten können (Gleitpunkte)
  • Dehnfuge bei Längen > 8 m einplanen
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Windlastberechnung

w = qp × (cpe - cpi)

Berechnung der Windlast auf ein Bauteil

🔍 Formelzeichen

  • w = Windlast [kN/m²]
  • qp = Geschwindigkeitsdruck [kN/m²]
  • cpe = äußerer Formbeiwert (negativ = Sog)
  • cpi = innerer Formbeiwert

📊 Zonen für cpe-Werte

Bereich cpe Druck cpe Sog Fläche
Innenfeld+0,7-0,310 m²
Rand+0,7-0,82 m breit
Ecke+0,7-1,02×2 m
⚠️ Windsog ist kritisch!
  • Windsog (negativer cpe) ist oft maßgebender als Druck
  • Rand- und Eckbereiche brauchen mehr Befestigung
  • Hafteabstände im Sogbereich reduzieren
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Schneelast

Sd = Sk × μ × Ce × Ct

Berechnung der Bemessungsschneelast

🔍 Formelzeichen

  • Sd = Bemessungsschneelast [kN/m²]
  • Sk = Charakteristische Schneelast
  • μ = Formbeiwert (Dachform)
  • Ce = Ekspositionsbeiwert
  • Ct = Thermischer Beiwert

📊 Schneelastzonen Österreich

Zone Sk (kN/m²) Gebiet
10,75Wien, Burgenland
21,00Mittelgebirge
31,50Alpenvorland
42,00Tirol, Vorarlberg

💡 Praxis-Tipp

Schneeverwehung bei Photovoltaik oder Aufbauten beachten – kann die Last lokal erhöhen!

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Dachentwässerung

Q = r × A / 10000

Berechnung des Abflusses

🔍 Formelzeichen

  • Q = Abfluss [l/s]
  • r = Regenspende [l/s·ha]
  • A = Fläche [m²]

📊 Regenspenden

Jährlichkeit r (l/s·ha) Anwendung
2 Jahre200Normal
5 Jahre300Erhöht
10 Jahre400Regelwerk
Anforderungen an die Entwässerung:
  • Notentwässerung bei Attikadächern
  • Überstauhöhe definieren
  • Freier schadloser Abfluss gewährleisten
  • Gefälle ≥ 2 mm/m für Rinnen

Falzsysteme

Stehfalzsysteme

  • Doppelstehfalz: Klassische Ausführung, hohe Dichtheit
  • Leichtstehfalz: Flachere Ausführung, moderner Look
  • Winkelfalz: Einfachere Ausführung

Mindestdachneigungen

System Mindestneigung
Stehfalz≥ 3° (bei erhöhter Regensicherheit)
Schindeln≥ 25°
TrapezprofileNach Hersteller
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Befestigung

Direkte vs. Indirekte Befestigung

  • Direkt: Schraube durch das Blech in die Unterkonstruktion
  • Indirekt: Hafte wird befestigt, Blech eingehängt

Schrauben

  • Edelstahlschrauben für Edelstahl
  • Aluminium-Schrauben für Aluminium
  • Selbstbohrende Schrauben mit Dichtung

💡 Wichtig

Schraubenlänge: Mindestens 6×d (d = Schraubendurchmesser)